Als vor über zehn Jahren klar wurde, dass die Landi aus Kirchberg aus dem Dorfzentgrum ausziehen wird, entschied die Clientis Bank Toggenburg, dass sie am bisherigen Landi-Standort, in Nachbarschaft ihres früheren Hauptsitzes, neu bauen wolle.
Weil auch eine ehemalige Fabrik nebenan leer stand und zwei weitere Nachbargebäude in schlechtem Zustand waren, lancierten die Gemeinde und die Bank 2015 eine gemeinsame Testplanung für ein erneuertes Ortszentrum. Die Jury entschied sich für den Vorschlag des Architekturbüros Thomas Schregenberger mit dem Büro Lorenz Eugster, Landschaftsarchitektur und Städtebau, beide aus Zürich.
Auf die Testplanung folgten ein Masterplan und Sondernutzungspläne. Das Resultat sind die in zwei Etappen realisierten sechs neuen Gebäude. Anlässlich der Vergabe der zwei goldenen Schemel – je einen für die Gemeinde und für die Clientis Bank – lobte Architekt Daniel Cavelti, Vorstandmitglied des Heimatschutzes SG/AI, dass hier das Dorfbild gestärkt wurde und dass ein neuer Platz und Gassen mit hoher Aufenthaltsqualität entstanden sind. Die Neubauten integrieren sich ins Ortsbild, denn sie nehmen die Struktur der klassizistischen Biedermeier-Gebäude der Umgebung auf: Sie haben ein klar ablesbares Sockel-, Mittel- und Dachgeschoss. Es entstanden 43 neue Wohnungen, während es vorher auf der gleichen Fläche nur sieben Wohnungen gab.
Möglich wurde diese gemeinsame und vorbildlich koordinierten Planung, weil Gemeinde und Bank eng zusammenarbeiteten – dafür bekamen beide je einen Goldenen Schemel für die Pflege der Baukultur.
Goldener Schemel, Heimatschutz St. Gallen/Appenzell Innerrhoden
Der Heimatschutz St. Gallen/Appenzell Innerrhoden zeichnet mit dem goldenen Schemel Einzelpersonen, Gruppen, öffentliche Stellen und Institutionen aus, die sich in besonderem Masse für gute Baukultur einsetzen.